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Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: So sichern Sie Ihre Sichtbarkeit bei Google und KI – mit Weiterleitungsplan, Go-Live-Checkliste und Agenturfragen.
Ein Website-Relaunch gefährdet die Sichtbarkeit bei Google vor allem durch fehlende Weiterleitungen, gestrichene Inhalte und eine vergessene noindex-Sperre. Der Fahrplan hat fünf Phasen: Bestandsaufnahme, Planung mit Weiterleitungsplan, Testen, Go-Live-Checkliste und mehrwöchige Kontrolle in der Search Console. SEO gehört von Anfang an ins Pflichtenheft.
Das Wichtigste in Kürze
Jede alte Adresse braucht eine dauerhafte 301-Weiterleitung auf die inhaltlich passende neue Seite. Quelle (öffnet in neuem Tab)
Der häufigste Relaunch-Fehler ist eine aus der Testphase vergessene noindex- oder Passwortsperre.
Bei einer neuen Domain hilft das Tool zur Adressänderung in der Google Search Console. Quelle (öffnet in neuem Tab)
Leichte Schwankungen in den ersten Wochen nach dem Start sind normal, ein starker oder anhaltender Einbruch deutet auf Fehler hin.
Ein Website-Relaunch kann über Nacht einen großen Teil der Besucher aus Google kosten – meist, weil sich Seitenadressen ändern, ohne dass alte Adressen weitergeleitet werden, weil wichtige Inhalte verloren gehen oder weil die neue Website versehentlich für Suchmaschinen gesperrt bleibt. Mit einer Bestandsaufnahme vorher, einem sauberen Weiterleitungsplan, einer Go-Live-Checkliste und einigen Wochen Kontrolle danach lässt sich das zuverlässig vermeiden. Gerade für mittelständische Unternehmen mit vielen Seiten und gewachsener Sichtbarkeit steht hier viel auf dem Spiel.
Warum ein Website-Relaunch oft zum Absturz bei Google führt
Ein Relaunch ist die Neugestaltung einer Website – vom neuen Design über ein neues Redaktionssystem bis zum Umzug auf eine neue Domain. Google hat sich über Jahre gemerkt, welche Ihrer Seiten zu welchen Suchbegriffen passen. Ändert sich vieles auf einmal, muss Google neu lernen. Je mehr sich ändert, desto größer das Risiko:
Art der Änderung
Risiko
Nur neues Design, gleiche Adressen und Inhalte
gering
Neues Redaktionssystem (z. B. von Typo3 zu WordPress)
mittel – Adressen ändern sich oft
Neue Seitenstruktur, Inhalte zusammengelegt oder gestrichen
hoch
Neue Domain (z. B. nach Umfirmierung)
sehr hoch
Phase 1: Bestandsaufnahme – wissen, was Sie haben
Bevor sich irgendetwas ändert, halten Sie fest, was heute funktioniert:
Die wichtigsten Seiten: In der Google Search Console sehen Sie unter „Leistung“, welche Seiten die meisten Besucher aus Google bringen und über welche Suchbegriffe. Exportieren Sie diese Daten.
Alle Adressen: Ein sogenannter Crawler erfasst alle Seiten Ihrer Website automatisch in einer Liste. Für kleinere Websites reicht die kostenlose Version des Screaming Frog SEO Spider (bis 500 Adressen).
Seiten mit Verlinkungen von außen: Seiten, auf die andere Websites verlinken, sind besonders wertvoll. Die Search Console zeigt sie unter „Links“.
Ausgangswerte sichern: Besucherzahlen, Anfragen, Platzierungen – damit Sie später vergleichen können.
Phase 2: Planung – jede alte Adresse braucht ein Ziel
Der Weiterleitungsplan
Das Herzstück jedes Relaunchs: eine Tabelle, in der jeder alten Adresse die passende neue zugeordnet wird. Technisch geschieht das über eine dauerhafte Weiterleitung, Fachbegriff 301-Weiterleitung. Ruft jemand die alte Adresse auf – ob Mensch, Google oder KI-Assistent –, landet er automatisch auf der neuen. Google erklärt das in seiner Anleitung zu Weiterleitungen.
Wichtig: Leiten Sie auf die inhaltlich passende neue Seite weiter, nicht pauschal alles auf die Startseite. Das wertet Google wie eine fehlende Seite.
Inhalte nicht leichtfertig streichen
Ein Relaunch ist eine gute Gelegenheit zum Aufräumen. Aber: Seiten, die heute viele Besucher bringen, sollten mit ihren Inhalten erhalten bleiben. Kürzen Sie einen gut platzierten Ratgeber auf drei Sätze, verschwindet er wahrscheinlich aus den Ergebnissen. Gleiches gilt für Seitentitel, Überschriften und strukturierte Daten.
SEO ins Pflichtenheft
Halten Sie SEO-Anforderungen schriftlich fest, bevor die Agentur loslegt: Weiterleitungen, Ladezeit, Handy-Tauglichkeit, Seitentitel pflegbar, strukturierte Daten. Was nicht im Auftrag steht, wird oft nicht gemacht – und später teuer nachgerüstet.
Phase 3: Testen, bevor es ernst wird
Die neue Website entsteht meist auf einer Testumgebung – einer Kopie, die nur das Projektteam sieht. Schützen Sie diese am besten mit einem Passwort, damit Google sie nicht vorzeitig findet. Prüfen Sie dort:
Funktionieren alle Weiterleitungen aus dem Plan?
Lädt die Seite schnell, auch auf dem Handy?
Sind Seitentitel und Beschreibungen übernommen?
Gibt es kaputte Links?
Funktionieren Formulare, Shop und Tracking?
Phase 4: Der Go-Live-Tag
Diese Punkte prüfen Sie direkt nach dem Start:
Sperre aufgehoben? Passwortschutz, „noindex“ und Einschränkungen in der robots.txt aus der Testphase müssen weg. Das ist der häufigste und teuerste Fehler – mehr dazu in Warum findet Google meine Website nicht?.
Weiterleitungen aktiv? Stichproben mit den wichtigsten alten Adressen.
HTTPS überall? Keine Seite ohne Schloss-Symbol.
Sitemap eingereicht? Das neue Inhaltsverzeichnis für Suchmaschinen in der Search Console hinterlegen.
Profile aktualisieren: Links in Google-Unternehmensprofilen, Social Media, Branchenverzeichnissen und E-Mail-Signaturen anpassen.
KI-Crawler zugelassen? Neue Hosting- oder Sicherheitsdienste sperren die Programme von KI-Anbietern manchmal standardmäßig aus. Mehr dazu in Was ist GEO?.
Phase 5: Die Wochen danach
Google braucht Zeit, um eine umgebaute Website neu zu erfassen. Leichte Schwankungen in den ersten Wochen sind normal. Schauen Sie in den ersten zwei bis drei Monaten regelmäßig in die Search Console:
Bericht „Seiten“: Tauchen viele Fehler wie „Nicht gefunden (404)“ auf? Dann fehlen Weiterleitungen.
Bericht „Leistung“: Vergleichen Sie Klicks und Platzierungen mit Ihren Ausgangswerten aus Phase 1.
Anfragen und Umsatz: Die wichtigste Kennzahl – kommen weiterhin Kunden über die Website?
Gerade im Mittelstand wird der Relaunch meist von einer Agentur umgesetzt. Diese Fragen sollten Sie vor Projektstart klären:
Wer erstellt den Weiterleitungsplan, und wer prüft ihn?
Ist SEO fester Teil des Angebots – oder ein Zusatz, der extra kostet?
Wie wird die Testumgebung vor Google geschützt, und wer hebt den Schutz beim Start auf?
Wer kontrolliert nach dem Start die Search Console und behebt Fehler?
Wie lange ist die Agentur nach dem Start für Nachbesserungen erreichbar?
Was externe Unterstützung typischerweise kostet, lesen Sie in Was kostet SEO?.
Fazit: Neue Website, gleiche Sichtbarkeit
Ein Relaunch soll Ihr Unternehmen voranbringen, nicht zurückwerfen. Wer vorher weiß, welche Seiten wertvoll sind, jede alte Adresse sauber weiterleitet, am Starttag die Checkliste abarbeitet und danach einige Wochen genau hinschaut, behält seine Sichtbarkeit – und gewinnt mit der besseren Website oft sogar dazu.
Häufige Fragen
Leichte Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, weil Google die neue Website erst neu erfassen muss. Ein starker oder anhaltender Einbruch deutet dagegen auf Fehler hin, meist fehlende Weiterleitungen oder eine versehentliche Sperre.
Möglichst dauerhaft, mindestens aber ein Jahr. Alte Adressen stehen noch lange in Lesezeichen, auf fremden Websites, in Broschüren und in den Daten von KI-Assistenten.
Von Anfang an – idealerweise schon bei der Planung der Seitenstruktur. Wer SEO erst kurz vor dem Start prüft, muss oft teuer nachbessern.
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